Ernst Leitz Stiftung

Im Gedenken an die Wetzlarer Ehrenbürger Ernst Leitz I (1843-1920), Ernst Leitz II (1871-1956) und Elsie Kühn-Leitz (1903-1985) wurde Ende 2011 die gemeinnützige „Ernst Leitz Stiftung“ errichtet und vom Regierungspräsidium in Gießen anerkannt.

Haus Friedwart in Wetzlar

Die Stiftung soll das denkmalgeschützte Haus Friedwart in Wetzlar als Ensemble mit dem von Bruno Paul geschaffenen Mobiliar und seiner originalen Raumausstattung erhalten und im Rahmen von Führungen der Öffentlichkeit zugänglich bleiben. Es soll, wie in der Vergangenheit auch, für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden können.

Haus Friedwart, in einem großen Gartengrundstück am Kalsmunthang gelegen, wurde zwischen 1914 und 1917 für Ernst Leitz II (1871-1956), den Wegbereiter der Leica, gebaut. Mit dem Innenausbau und seiner Einrichtung wurde der Architekt und Designer Bruno Paul (1874-1968) beauftragt. Die von ihm geschaffenen Innenräume und das gesamte von ihm entworfene Mobiliar verkörpern die Spätphase des Jugendstils mit vielen floralen Elementen und sind lückenlos erhalten. Das Ensemble ist einmalig in Deutschland.

Das Haus hat im Laufe der Jahrzehnte eine besondere Bedeutung für die Stadt-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte Wetzlars erlangt. Es wurde schon bald eine Begegnungsstätte der weltweiten Leica-Gemeinde. Henri Cartier-Bresson, Alfred Eisenstaedt und andere berühmte Leica Fotografen waren hier zu Gast. Das Haus stand auch in Beziehung zu einer Reihe wichtiger Persönlichkeiten des kulturellen und politischen Lebens, so zu Albert Schweitzer, Konrad Adenauer und Theodor Heuss, mit dem Ernst Leitz II befreundet war. Zahlreiche Erinnerungsstücke dokumentieren die denkwürdigen Besuche. Über Jahrzehnte war dieses Haus auch Mittelpunkt der umfangreichen Aktivitäten von Elsie Kühn-Leitz zum Aufbau der deutsch-französischen Freundschaft in der Nachkriegszeit. So wurde hier die Städtepartnerschaft Wetzlar-Avignon vorbereitet.